schwarzweissgruen

Ueber Borussia Moenchengladbach. Ueber Alles. Ueber Nichts.

Ueber Filip Daems.

Seit 2422 Tagen steht Filip Daems inzwischen bei Borussia unter Vertrag. Was man sich damals, im Winter 2005, von seiner Verpflichtung erhoffte, lässt sich kaum noch rekonstruieren. Allerdings, der Mann wurde (recht günstig) bei Genclerbirligi Ankara ausgelöst; einem Verein, der entschieden mehr durch seinen zungenbrechenden Namen, denn durch seine Erfolge beeindruckt. Viel kann man also nicht erwartet haben.

2422 Tage später fällt es noch immer schwer, ihn auf Anhieb einzuschätzen. Daems ist kein Abwehrrecke. Kein dynamischer Flankenläufer. Kein Antreiber. Kein Techniker. Kein Lautsprecher.

Daems ist eiskalter Elfmeterschütze. Flexibel einsetzbar. Stammspieler. Kapitän. 

Und so überraschend letzteres auf den ersten Blick auch scheinen mag, da man hierzulande Führungsspieler mit Krawallköpfen gleichsetzt und das Kapitänsamt generell überbewertet, ist Daems die logische Wahl.

Ein etwas unscheinbarer, aber grundsympathischer Mann, der als Spieler nur funktioniert, wenn die Mannschaft funktioniert, und aber genau dafür immer alles gibt. Daems verfügt nicht über die Klasse, einen Robben 90min auf eigene Faust aus dem Spiel zu nehmen. Und schon gar nicht über die Klasse, einem Spiel durch einen Sololauf die entscheidende Wendung zu geben. Aber durch seine Hingabe, das Bestmögliche von sich für seine Nebenleute zu geben, steht niemand besser für die “neue” Borussia ein, als Filip Daems. 

In Zahlen. Von Frontzeck zu Favre.

Der Fussball lebt von seiner Subjektivität. Auch wenn einem GPS-Geräte beim Training, Matchanalyse-Tools und die Kölner Sporthochschule etwas anderes erzählen wollen, am Ende bleibt vor allem beim Fan die Ansicht über, es ginge noch immer um die ureigenste Tugenden. Aufopferung und Zweikampfhärte, Wille und Einsatz sagen ihm mehr, als die Laufleistung ihres Lieblingsstürmers im Vollsprint. Daran ändert auch die zunehmende Begeisterung für den Konzepttrainer wenig. Auch der vorletzte Kuttenträger im Bier-Nirvana wird wohl wissen, dass ein Trainer nicht lauthals von einem ‘Matchplan’ fabulieren muss, um seine Mannschaft mit einer gewissen Idee ins Spiel zu schicken. Auch Michael Frontzeck hatte eine solche Idee, beileibe keine schlechte. Als Gladbacher Urgestein, und im Wissen um die Möglichkeiten seiner Mannschaft, entschied er sich, sie im Ideal des Fohlen-typischen Konterfussballs auf die Reise durch die Saison schicken zu wollen. Eine Idee, die sich rückblickend als absolut richtig erwiesen hat; nur leider eben für ganz andere Mannschaften als die Borussia. Hannover, Mainz, Nürnberg, Freiburg und selbst die Dortmunder Meister (also eigentlich alle positiven Überraschungen der letzten Saison), sie alle verschrieben sich mehr oder minder der Idee des schnellen Tempogegenstoßes. Und auch die wahre und einzige Borussia schien nach dem 2.Spieltag, dem famosen 6:3 in Leverkusen, auf einem guten Weg.

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Ueber Max Eberl.

In den teils stürmischen Zeiten der letzten Saison schien für viele Medien und nicht wenige Fans vor allem ein Mann verantwortlich an der katastrophalen Hinrunde: Max Eberl. Während es dem ursympathischen, menschelnden Michael Frontzeck, zudem mit dem Bonus des Gladbacher Urgesteins behaftet, noch immer gelang neue Hoffnung zu erzeugen und die Verantwortung von sich zu reden, indem er stets auf die ‘sagenhafte’ Verletztenmisere verwies, musste sich Eberl schon bald Blauäugigkeit in Transferfragen vorwerfen lassen. Und tatsächlich war es nicht allein die Entlassung Frontzecks, die zum Wunder Klassenerhalt führte, sondern vor allem auch das notwendige ‘Nachlegen’ auf dem Transfermarkt zur Winterpause. Über die diesjährigen Transfers ist an anderer Stelle bereits ausführlich geschrieben worden. Und so soll sich an dieser Stelle einem anderen, immer wieder aufkommendem, Vorwurf angenommen werden. Dem Vorwurf, Eberls, teils sehr teure, Transfers kämen einer Geldverbrennung gleich. Untermauert werden diese Vorwürfe meist anhand der Beispiele Bailly und Bobadilla; aber auch Fink und Meeuwis werden herangezogen.

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Ueber den Trainer.

Allenthalben wird Lucien Favre nachgesagt, mit der aktuellen Transferpolitik der Borussia unzufrieden zu sein. Das tatsächlich merkwürdige Gebahren rund um den Transfer der Japaners Otsu wird ebenso ins Feld geführt, wie die sinngemäße Aussage des Schweizers, stünden ihm Millionen Euro zur Verfügung, würde er schon wissen, was für Spieler zu verpflichten sein. Schließlich wird noch jedes Mal der Vergleich zu Favres unrühmlichen Ende bei Hertha BSC bemüht.

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Ueber Transfers.

Verfolgt man die jüngste Berichterstattung um die Borussia, mag sich schnell das Bild einstellen von einem Verein, dessen aktueller Kader in der bestehenden Form nicht wettbewerbsfähig, und dessen finanzielle Situation schwerlich dazu angetan ist, daran etwas zu ändern. Dazu ein Trainer, der sein Entsetzen darüber nur schwer verbergen mag. Die bereits fixen Transfers werden als blauäugig abgetan. Was aber ist dran an diesem Bild?

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